Dienstag, 13. Februar 2018

[Rezension] "Claude allein zu Haus" von Sophie Pembroke





Verlag: Mira Taschenbuch
Seiten: 362
Jahr: 2017
Ausgabe: Softcover
Preis: 9,99€
Meine Bewertung: 4/5



Ein einsames Bellen hallt durch den winterlichen Maple Drive. Die französische Bulldogge Claude kann es nicht glauben, dass seine Familie ihn einfach vergessen hat. Dabei ist in ein paar Tagen Weihnachten! Fähre, Frankreich, Château waren die letzten Worte, die seine Ohren erlauschen konnten. Auf der Suche nach einem Zuhause stolpert Claude in das Leben von Holly, ihrer Katze Perdita und dem Postboten Jack. Für die vier beginnt ein Weihnachtsabenteuer, das Herzen zum Schmelzen und Hundeaugen zum Strahlen bringt. (Quelle: Verlag)

Anfang

Von der Kiste auf dem Tisch wehte ein wirklich interessanter Duft zu mir herüber. Wahrscheinlich steckten viele leckere Sachen darin.

Meine Meinung

Eine Weihnachtsgeschichte über einen vergessenen Hund? Quasi der Klassiker "Kevin allein zu Haus" aus Hundesicht? Da war ich doch sofort dabei!

Ähnlich wie im eben genannten Film, wo die Eltern das Fehlen des Sohnes erst im Flugzeug feststellen, ist es auch hier im Buch. Die ganze Familie macht sich auf die Socken um mit der Fähre nach Frankreich überzusetzen und dort die Feiertage bei den Großeltern zu verbringen. Erst als die ganze Hektik und der Stress abfallen und der Wagen sicher auf der Fähre steht, soll auch Claude ein wenig Auslauf bekommen. Doch als sie in die Hundebox schauen, ist diese offen und lediglich das Kuscheltier des Sohnes - welches Claude fast bis aufs Haar gleicht - ist darin zu finden. Natürlich kann die Fähre nicht einfach gewendet werden und alle Bemühungen sofort einen Platz auf der Fähre zu bekommen, die zurück nach England fährt, sind umsonst. Die Lage wirkt aussichtslos. Aber das scheint nur auf den ersten Blick so. Was die Familie nämlich nicht weiß: nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich Claude mit der Situation arrangiert und rettet ganz nebenbei auch noch das Weihnachtsfest...

In Gedanken verfluchte sie den Mann am Informationsschalter der Fähre. Sie wünschte ihm Furunkel an unangenehmen Stellen oder dass sich die Lamettaverzierung am Tisch wie eine Schlange erhob und ihn würgte... (Seite 66)

Ich bin mit keinen großen Erwartungen an das Buch herangegangen. Mein Gedanke war, dass es sicherlich ganz fürchterlich kitschig sein würde und man am Anfang schon wüsste, wie es endet.
Die Geschichte ist im gesamten tatsächlich ziemlich kitschig. Aber genau das will man doch um die Weihnachtszeit! Ich will in diesen Tagen kein Leid, Elend oder Mord und Todschlag. Ich will Spannung, Herzerwärmendes und Liiiiiiiiiiiiiiiebe. Und dann natürlich auch etwas Kitsch und Glitzer. Von diesem Buch bekommt man all das. Auch wenn die ein oder andere Stelle etwas vorhersehbar war, machte das gar nichts und hat auch dem Charme nicht geschadet.

Die von Sophie Pembroke entwickelten Charaktere haben mir allesamt gut gefallen und sind absolut realistisch rübergekommen. Die gestresste Mutter, die einfach an alles denken muss, der fast schon phlegmatische Vater, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt, die zickige Teenager-Tochter, die auf all das sowieso von Anfang an keine Lust hatte und der kleine Bruder, der einfach nur seinen besten Freund Claude zurück will. Der ganz normale und echte Familienwahnsinn eben.

"Wir haben beschlossen, Weihnachten ohne elektronisches Spielzeug zu verbringen", klärte Daisy sie auf. Das Klang viel besser als:"Ich hab unsere Handys und Tablets in einem Schminkkoffer eingeschlossen und versehentlich den Schlüssel verloren."  (Seite 112)

Die Kapitel sind nochmal in Abschnitte unterteilt, in denen der Leser die Geschichte aus der jeweiligen Sicht erlebt. Dadurch erhält man einen guten Rundumblick und ist immer auf dem Laufenden.
Was mir dabei besonders gut gefallen hat ist, dass auch der Hund Claude seine eigenen Abschnitte bekommen hat und dadurch auch seine Sicht nicht vorenthalten wird. Die Dialoge zwischen ihm und seiner Erzfeindin, Katze Perdita, sind wirklich witzig.

"Ihr habt doch nicht ernsthaft vor, an Heiligabend durch Calais zu latschen und überall anzuklopfen, bis wir ein Hotel finden, das Zimmer für uns alle hat."
"Maria und Josef mussten das auch tun", erwiderte Dad in einem Ton, als ob er die Herausforderung genösse. [...]
"Maria und Josef hatten aber kein Internet", stellte Bella klar. "Wir schon."  (Seite 259)



Fazit

Eine zuckrig süße und kitschige Weihnachtsgeschichte, die jedem Hundefreund das Herz erwärmt.

Ein angenehmer Schreibstil und Kapitel, die in kurze Abschnitte eingeteilt sind, ermöglichen ein schnelles Vorankommen oder zwischen der eignen Weihnachtshektik auch mal die ein oder andere Pause einzulegen und danach wieder problemlos in die Geschichte zu finden.
Realistische Charaktere lassen den ein oder anderen Leser möglicherweise an Situationen denken, die er oder sie so selbst auch schon erlebt hat.


Ich danke dem Harper Collins Verlag für dieses Leseexemplar!

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