Freitag, 12. Mai 2017

[REZENSION] "DNA" von Yrsa Sigurdardottir





Reihe: ?
Band: 1 von ?
Verlag: btb I Leseprobe
Seiten: 479
Jahr: 2016
Ausgabe: Hardcover
Preis: 19,99€
Meine Bewertung: 4/5
Kaufen?: Verlag I Thalia I Amazon



Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen. (btb)

Wie die Orgelpfeifen saßen sie auf der Bank.
Es ist nun schon ein paar Tage her, dass ich dieses Buch gelesen habe und ich habe mich bewusst dafür entschieden, mit meiner Rezension nochmal kurz abzuwarten. Denn auch wenn dieses Buch bei vielen Menschen einschlägt wie eine Bombe, konnte es mich leider nicht vollständig überzeugen.

Für mich persönlich war es das erste Buch dieser Autorin - und leider muss ich es so sagen - vermutlich auch mein letztes. Auch wenn ich in einer Rezension gelesen habe, dass sich wohl sonst jemand anderes um die Übersetzung kümmerte und das wohl auch besser getan habe, konnte mich dieses Buch nicht zum Verschlingen weiterer Werke animieren.

Doch was genau, hat mich denn gestört?

Nachdem ich die Beschreibung und die Leseprobe gelesen hatte, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Ich liebe Thriller und brutale Thriller umso mehr. Leider ist hier auch schon der erste Knackpunkt. Für mich persönlich handelt es sich bei diesem Buch nicht um einen Thriller, sondern um einen Krimi. Die Geschichte hat durchaus spannende Momente, die man mit anhaltendem Atem liest und bei dem die Seiten nur so umgeschlagen werden. Allerdings kommen dann auch sehr zähe, fast schon quälend langweilige Szenen der "Ermittlungsarbeit" dazwischen, die sich oft auf irgendwelche privaten Kinkerlitzchen beschränken. Da es sich hierbei um eine Reihe handeln wird, ist es ganz klar, dass die einzelnen Charaktere vorgestellt werden und man auch einiges über das Privatleben dieser erfährt. Wenn dann allerdings immer wieder die Spannung drunter zu leiden hat und man dieselben Gespräche zum (gefühlt) fünften Mal liest, dann wird es wirlich nervig. Ebenso, wenn die Zahlennachrichten immer und immer wieder hin- und ausgeschrieben werden, was mich dazu veranlasste die zwei bis drei Zeilen jedes Mal zu überspringen.

Ein Grund, weswegen ich diese Reihe nicht verfolgen werde, sind die Charaktere. Der Einzige, der mir tatsächlich sympathisch war, ist Karl - der sozial nicht kompatible Amateurfunker. Und selbst da kann ich nicht mal wirklich sagen warum. Huldar fand ich absolut nichtssagend und Freya auch irgendwie doof...das hat man machmal. Da gibt es Menschen (egal ob erdacht oder real), die kannst du nicht leiden und weißt nicht mal genau warum. So ging es mir bei allen. Außer eben bei Karl.

Die Morde fand ich tatsächlich ausgesprochen gut! Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass man an manchen Stellen mehr Informationen dazu, oder Gedanken der Opfer bekommt, haben mir die Ideen gut gefallen. Das war wirklich mal etwas anderes und das habe ich so noch nie gelesen oder in Filmen gesehen. Es muss aber gesagt sein: Auch wenn man die Morde nicht bis ins Detail beschrieben bekommt, sind sie nichts für schwache Nerven! Grausam und brutal sind sie nämlich allemal!

Insgesamt sind mir auch einfach zu viele offene Fragen geblieben und nicht immer war alles für mich schlüssig. Natürlich greift auch hier wieder das Reihen-Argument. Wenn alles bis ins Kleinste beantwortet wird, fehlen die Übergänge und die Spannung für den nächsten Teil. Allerdings gib es einfach elementare Dinge, die meiner Ansicht nach (zumindest in Ansätzen) hätten geklärt werden müssen!

Doch sobald er schwieg, kam Freya immer wieder zu Verstand. Die magische Kraft seiner Worte und Person war wie ein Feuerwerk: Solange es am Himmel funkelte, begeisterte man sich dafür, doch anschließend blieben nur nervige Lichtblitze unter den Lidern und taube Ohren zurück.
(Seite 211)
Ein Buch, das mich leider nicht begeistern konnte, aber bei vielen Lesern extrem gut ankommt. 
Die Morde sind unglaublich brutal, doch leider reißt die Spannung viel zu oft ab um von langweiligen Kinderreien der Charaktere ersetzt zu werden. Da mir diese auch nicht sonderlich sympathisch sind, werde ich diese Reihe nicht weiterverfolgen.
Mein Tipp: Wenn dich die Beschreibung interessiert und/oder dir die Leseprobe gefällt, dann lies dieses Buch und mach dir dein eigenes Bild  


Ich danke dem btb Verlag für dieses Rezensionsexemplar!


Nisnis Bücherliebe   I   Fräulein Briest   I   Ladys Bücherwelten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen