Sonntag, 19. Februar 2017

[REZENSION] "Im Haus der Feinde" von Pierce Brown





Reihe: Red Rising
Band: 2 von 3
Verlag: Heyne I Leseprobe
Seiten: 558
Jahr: 2016
Ausgabe: Paperback
Preis: 12,99€
Meine Bewertung: 4/5
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Immer war Darrow stolz darauf, als Minenarbeiter auf dem Mars den Planeten zu erschließen. Bis er herausfand, dass die Oberschicht, die Goldenen, längst in Saus und Braus leben und alle anderen ausbeuten. Unter Lebensgefahr schloss er sich dem Widerstand an und ließ sich selbst zum Goldenen verwandeln. Nun lebt er mitten unter seinen Feinden und versucht die ungerechte Gesellschaft aus ihrer Mitte heraus zum Umsturz zu bringen. Doch womit Darrow nicht gerechnet hat: auch unter den Goldenen findet er Freundschaft, Respekt und sogar Liebe. Zumindest so lange ihn niemand verrät. Und der Verrat lauert überall. (Heyne)

Es war einmal ein Mann, der vom Himmel herabkam und meine Frau tötete.

Auch in diesem Teil begleitet der Leser natürlich wieder Darrow auf seinem Weg die Goldenen zu zerstören und die niederen Farben zu befreien. Man trifft viele bekannte Charaktere wieder, die sich alle in irgendeiner Form weiterentwickelt haben. Die einen positiv, die anderen negativ.

Nachdem der erste Teil ("Red Rising") mich wirklich umgehauen hat, konnte mich der zweite erstmal so gar nicht packen. Nach 220 Seiten musste ich dieses Buch zur Seite legen. Lange. Sehr lange. Ich kam einfach nicht rein, was vielleicht auch daran lag, dass der Vorgänger nun schon eine ganze Weile gelesen im Regal steht. Immerhin habe ich ihn vor fast einem Jahr gelesen.
Nachdem dieses Buch nun also eine lange Zeit angelesen hier lag, nahm ich es wieder zur Hand. Mir war klar, dass ich es von vorne beginnen musste, wenn ich eine Chance haben wollte. Doch auch beim zweiten Anlauf dauerte es eine Weile, bis ich wieder in der Geschichte drin war.  
Wie bereits bei "Red Rising" ist auch "Im Haus der Feinde" kein Buch, was man mal so nebenbei liest. Aufgrund der Namen und der ganzen Dinge die geschehen, muss man als Leser schon bei der Sache und konzentriert sein. Das ist auch einer der Gründe, weswegen ich lange gebraucht habe um in diesem Buch voran zu kommen. Bei anderen Büchern liest man mal eben nebenbei 100 Seiten. Das ist bei dieser Reihe einfach nicht möglich.

Am Anfang ist ein Personenregister, dass dem Leser wohl helfen soll. Ich bin ganz ehrlich, mir hat es gar nichts gebracht. Auch der erste Band umfasst bald 560 Seiten, auf denen allerhand los ist. Ich hätte mir gewünscht, dass hier und da in Teil zwei die ein oder andere  Wiederholung oder ein Rückblick stattgefunden hätte, die dem Leser wieder zurückgeholfen hätten. Die gab es leider nicht - was es mir dann wirklich schwer gemacht hat. Es nutzt mir nichts nachlesen zu können wer die Personen sind, wenn ich einfach nicht mehr genau wusste, was im ersten Teil vorgefallen war. Klar, den groben Umriss weiß ich natürlich noch, aber eben nicht mehr bis ins kleinste Detail. Da ist es dann schwer nachvollziehen zu können, wieso der eine sauer auf den anderen ist oder nicht mehr traut.

Aber ich habe mich durchgebissen. Möglicherweise lag es an der Geschichte oder aber an den fehlenden Infos aus Teil eins, aber im Vergleich zum Vorgänger fand ich dieses Buch enttäuschend. Vielleicht hatte ich auch einfach zu viel erhofft, da ich vorher so begeistert war.
Die Geschichte an sich ist nicht uninteressant, ganz im Gegenteil. Es gibt Intrigen ohne Ende, taktische Überlegungen, Zusammenkünfte und Zerwürfnisse - aber insgesamt hat es einfach nicht gereicht um mich in seinen Bann zu ziehen. Vieles hätte auch abgekürzt werden können und nicht so unglaublich lange beschrieben werden müssen.

Das Ende (was einen miesen Cliffhanger hat...ach guck mal, eine Leseprobe von Band drei hängt hinten dran ^^) kam mir persönlich etwas zu schnell. Plötzlich ging alles Schlag auf Schlag und wurde durchgepeitscht, während man am Anfang und in der Mitte vor Langeweile an manchen Stellen bald einging. Das hätte etwas anders getaktet werden können.

Was ich als wirklich positiv empfunden habe, ist die Tatsache, dass die Zeit nicht nur einfach weitergeht, sondern auch die Charaktere älter und reifer geworden sind. Taktisch und überlegend sind sie auch in Teil eins vorgegangen, aber nun hat sich gezeigt, dass sie auch andere Aspekte mit einbeziehen. Diese würde ich in Teilen dem Heranwachsen zurechnen.

"Ein Narr zerrt an den Blättern. Ein Rohling fällt den Stamm. Ein Weiser gräbt die Wurzeln aus."
(Seite 47)

"Zumindest scheinst du immer noch gern zu reden", murmele ich.
"Und du scheinst dir immer noch gern Feinde zu machen."
"Jeder hat sein Hobby."
(Seite 77)

"Ich bin ein Goldener, Schlampe. Was hast du erwartet? Warme Milch und Kekse, nur weil ich Taschenformat habe?"
(Seite 359)

Dieser Band konnte, für mich persönlich, nicht an die Euphorie des Vorgängers anknüpfen. Möglicherweise war zu viel Zeit dazwischen vergangen oder der erste Teil ist tatsächlich besser.

Nun stehen viele Intrigen und politische Überlegungen im Vordergrund, die die Spannung und das Mitfiebern (bezüglich Darrow und sein Überleben) ziemlich ausbremsen.

Dem Ende werden nicht genug Seiten gewidmet, wohingegen man am Anfang und in der Mitte einiges hätte streichen können. Das hätte so ausgiebig nicht sein müssen, da es dadurch partiell zäh und öde wurde.

Da ich etwas Probleme hatte in den zweiten Teil zu finden und es keine Rückblenden und Wiederholungen gibt, würde ich empfehlen die Trilogie in einem Rutsch oder ohne viel Zeit dazwischen zu lesen. Ansonsten kann es schwierig werden allem zu folgen und sich an alles erinnern.

Den dritten Teil werde ich aber selbstverständlich auch noch lesen, da ich wissen will wie diese Trilogie endet!





Reiheninfo

(1) Red Rising // (2) Im Haus der Feinde // (3) Tag der Entscheidung



Ich danke dem Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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