Sonntag, 26. Februar 2017

[REZENSION] "Er trat aus den Schatten" von Ulrike Schweikert





Reihe: Léon & Claire
Band: 1 von 2
Verlag: cbt I Leseprobe
Seiten: 475
Jahr: 2016
Ausgabe: Hardcover
Preis: 16,99€
Meine Bewertung: 4/5
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Paris hat eine dunkle Seite ...

Sie nennen sich selbst die Kämpfer der Schatten und haben der Stadt den Rücken gekehrt. Vom hellen Licht sind sie in das Reich der Dunkelheit hinabgestiegen, in die Katakomben tief unter Paris. Unter ihnen lebt Léon, der magische Fähigkeiten besitzt. Er allein weiß um die Macht des Meisters der Finsternis, dessen Ziel es ist, Paris zu vernichten. Als Léon eines Tages der schönen Claire das Leben rettet, ist es um sie beide geschehen. Léon nimmt Claire mit in seine düstere Welt; Licht und Schatten verbinden sich. Doch das Glück der beiden ist nicht nur dem attraktiven Adrien ein Dorn im Auge, der schon lange in Claire verliebt ist, sondern vor allem dem Meister der Finsternis selbst, der seine ganz eigenen Pläne mit Léon hat. Schon bald werden die beiden Liebenden zum Spielball dunkler Mächte. (cbt)

Er lauschte dem kaum hörbaren Schaben und Knirschen seiner Schritte, während er die riesige Kaverne durchquerte.

Claire zieht aufgrund einer beruflichen Umorientierung ihrer Eltern von Amerika nach Europa, genauer gesagt nach Paris. Sie ist die Neue in der Klasse und auch noch eine von Übersee. Was die wohl kann? Vermutlich nicht viel. Doch sie schafft es mit ihren Cheerleader-Künsten zu überzeugen. Was auch sonst sollte eine hübsche 15-jährige Amerikanerin können? Und wen wundert es, dass sie natürlich dem Mädchenschwarm und einflussreichen Sohn des Polizeipräfekten den Kopf verdreht? 

Du magst jetzt denken: Diese Geschichte ist ein alter Hut! Das habe ich schon mindestens drölfzillionen Mal gelesen. Tja, falsch gedacht!

Auf den ersten Blick kommt dieses Buch als eins von vielen daher. Die Story beginnt so klischeehaft, dass man kurz davor ist es augenrollend an die Seite zu legen. Doch halt...da war doch was. Der Prolog ist doch anders. Irgendwie mystisch und gehemnisvoll...so voll ungestellter Fragen und dem ein oder anderen Fantasyaspekt.

Insgesamt ist ein Teil der Geschichte schon dieses übliche Teenie-Schule-Liebe-Eifersucht-Bitch-Ding, wie so viele andere Bücher in diesem Genre. Doch da ist auch etwas anderes. Léon und seine Welt der Schatten, die den Leser gefangen nehmen und in ein Leben unterhalb von Paris führen. In die Katakomben. Wer gerne ein paar Bilder hätte, um es sich besser vorstellen zu können -> *KLICK*

Auch wenn ich relativ schnell einen Gedanken zu Léon im Kopf hatte (der sich sogar bestätigte) und dieses Buch nicht gerade vor Irrungen, Wirrungen und Wendungen strotzt, hat es mich an einigen Stellen durchaus überrascht. Ich hatte immer mal wieder Fragen im Kopf, die ich gerne beantwortet haben wollte und die dazu führten, dass ich dann doch noch ein Kapitel lesen wollte...und noch eins...und noch eins...

Es war mein erstes Buch von Ulrike Schweikert, aber sicherlich nicht mein letztes. Ich mag ihren Schreibstil und ihre Art zu erzählen. Neben gut recherchierten und fundierten Informationen, haben mich einige Beschreibungen zu meinem Smartphone greifen lassen und ich habe gegooglet um mir ein besseres Bild machen zu können. Dieses Verhalten spricht bei mir absolut für ein Buch, denn würde es mich nicht in irgendeiner Form packen, wäre es mir eben einfach egal 

Wie immer gibt es Personen, die man als Leser mag und welche, die man nicht wirklich braucht. Sympathie und Antipathie werden hier durch die Autorin aber schon sehr stark vorgegeben. So ist es nicht verwunderlich, dass man Adrien erst irgendwie merkwürdig findet, dann nicht mehr leiden kann und Nathalie sowieso von Anfang an eine dumme Gans ist. Aber da das Buch (beziehungsweise die Dilogie) glücklicherweise "Léon & Claire" und eben nicht "Léon & Nathalie mit Adrien & Claire" heißt, ist alles gut 
Ich vermute aber, dass eine Person, die im Buch nicht so gut wegkommt, noch unglaublich wichtig wird und dann das wahre (nette und hilfbereite) Gesicht zeigt.

Claire ist mir manchmal doch ein bisschen zu 08/15-Gutmensch...hat für meinen Geschmack für zu viel Verständnis und flippt eindeutig zu wenig aus Léon hat mir bereits von der ersten Seite an gefallen ♥

In einer anderen Rezension habe ich gelesen, dass es sich um eine Dilogie handelt und der zweite Teil "Léon & Claire - Er fand sie im Licht" heißen soll. Auf der Verlagsseite ist darüber noch nichts zu finden #Gerüchteküche

Leider musste ich einen Stern abziehen. Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen, aber für den letzten Stern hat mir dann doch irgendetwas bombastisches gefehlt. Vermutlich wird das dann im nächten Teil kommen - da gibt es dann auch möglicherweise die volle Punktzahl.

"Ich heiße Léon. Lebe wohl Claire. Du brauchst dich nicht an mich zu erinnern. Ich denke nicht, dass wir uns noch einmal begegnen werden."
(Seite 62)

"[...] Es gibt die Sage von einem Zauber, der so mächtig ist, dass er die Welt in Stücker zu reißen vermag, doch der, der ihn sprach, war nicht stark genug, ihn zu beherrschen, also fiel der Zauber auf ihn zurück."
(Seite 372)

Ein interessantes Jugendbuch, bei dem nicht alles neu ist, der Leser aber trotzdem Dinge entdecken kann, die er so noch nicht gelesen hat.

Man wird nicht vor lauter Spannung durch die Seiten gepeitscht. Es ist ein eher ruhiges, zurückhaltendes Buch, das die Geschichte aufbaut. Vermutlich wird es den ganz großen finalen Schlag im zweiten Teil geben - das Ende deutet zumindest darauf hin.

Mir persönlich hat es gut gefallen, was auch mit an der Detailverliebtheit der Autorin und den Informationen über Paris aus der Vergangenheit und Gegenwart von oben und unten gelegen hat.



Ich danke dem cbt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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