Donnerstag, 5. Januar 2017

[REZENSION] "Friesenklinik" von Stefan Wollschläger





Reihe: Diederike Dirks
Band: 2 von ?
Verlag: Selfpublisher
Seiten: 241
Jahr: 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99€
Meine Bewertung: 4/5
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Was ist real?

Jorina Rewerts möchte sich ihren Lebenstraum erfüllen, doch beim Besuch im Kinderwunschzentrum geschieht das Unfassbare. Gleichzeitig wird auf einem Containerplatz in Aurich die Leiche der jungen Bente Bleeker gefunden. Die Spuren weisen auf eine Überdosis K.-o.-Tropfen als Todesursache hin und der Täter scheint jemand zu sein, der in der Clubszene Ostfrieslands unterwegs ist, um junge Frauen zu vergewaltigen. Dirks und Breithammer müssen ihn finden, bevor es weitere Opfer gibt. Oder ist der Täter jemand, der Bente näher kannte und etwas ganz anderes im Sinn hatte?
Während ein Strudel albtraumhafter Ereignisse Jorina nach unten reißt, wird der Fall um Bente immer rätselhafter und auch die Kommissare beginnen an der Wirklichkeit zu zweifeln. 
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"Warum sind sie hier, Frau Rewerts?"

Wäre der Autor nicht auf mich zugekommen, hätte ich dieses Buch vermutlich nie gelesen. Krimis besitze ich keinen einzigen und Bücher die regional spielen haben mich eigentlich auch nie angesprochen. Aber der Klappentext und die Leseprobe klangen verlockend, also sagte ich "Ja" zu diesem Buch.

Die Geschichte beginnt sofort sehr spannend. Jorina Rewerts hat sich vor ihrer Krebsbehandlung Eizellen entnehmen und einfrieren lassen. Nun hat sie den Mann ihrer Träume gefunden und möchte gerne ein Kind mit ihm. Doch als sie der Ärztin ihre Pläne mitteilt stellt diese etwas Erschreckendes fest: Jorina Eizellen sind weg. Und nicht nur das, es fehlen auch sämtliche Unterlagen. Das lässt für Dr. Ahlmeier nur einen Schluss zu: Jorinde war niemals Patientin. Aufgewühlt geht Jorina nach Hause um ihre Unterlagen der Entnahme und Aufbewahrung rauszusuchen - doch auch diese sind weg! War sie jemals im Kinderwunschzentrum oder entspringt das lediglich ihrer Fantasie?

Zeitgleich wird die Leiche von Bente Beeker gefunden. Todesursache ist eine Überdosis K.O.-Tropfen. Also nur ein Unfall? Immerhin ist Bente eine kleine Partymaus und sagt zu der ein oder anderen Droge sicher nicht nein. Doch hat sie sich selbst im Todeskampf hinter einen Container gesetzt um da zu sterben? Wohl kaum!

Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe um die Kommissarin Diederike Dirks. Erst war ich etwas skeptisch, da ich doch lieber mit dem ersten Teil beginne. Auch wenn die Handlungen in jedem Buch abgeschlossen sind, benötigt man oftmals doch das ein oder andere Vorwissen um Handlungen, Sichtweisen oder Insider zu verstehen. 
Laut Autor aber kein Problem und nachdem ich es gelesen habe kann ich sagen: Man muss den ersten Teil wirklich nicht gelesen haben. Das führt mich allerdings auch direkt zu einem kleinen Kritikpunkt. 
Für gewöhnlich lerne ich die Protagonisten gerne kennen. Mache mich vertraut mit ihren Eigenheiten, vielleicht die ein oder andere Macke aber auch die liebenswerten Dinge. Das war mir hier leider nicht möglich. Die Figuren, vor allen Dingen Dirks und ihre Kollegen, blieben farblos und so war es für mich eigentlich unmöglich einen Draht zu ihnen aufzubauen. Besonders bei Reihen ist es aber der Protagonist, der mich jedes Mal wieder dazu bewegt auch den nächsten Teil lesen zu wollen.

Die Spannung wurde das ganze Buch über gehalten und die zwei Handlungsstränge verlaufen irgendwann zu einem zusammen. Immer wieder war die Frage in meinem Kopf: "Ja was ist den nun? Wie wird es wohl ausgehen?". Doch auch dieser Spannungsbogen konnte die doch sehr konstruierte und irgendwie unrealistische Situation am Ende und die Aufklärung der ganzen Geschichte nicht gänzlich ausbügeln. Das war stellenweise dann doch etwas zu viel des Guten.

Ein spannendes Buch, das aber die ein oder andere Schwäche aufweist.
Krimi-Begeisterte, die Ostfriesland mögen, werden sicherlich ihre Freude an diesem Buch haben!

Für die blassen Charaktere und das konstruierte Ende ziehe ich zwei Sterne ab. Die durch die Bank weg gehaltene Spannung bekommt allerdings noch ein halbes Fleißsternchen obendrauf
Da es somit 3,5 Sterne wären runde ich auf 4 auf!




Ich danke Stefan Wollschläger für dieses Rezensionsexemplar!


Reiheninfo

(1) Friesenkunst // (2) Friesenklinik

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