Samstag, 26. November 2016

[REZENSION] "Nathan und die Kristalle" von Claudia Book





Reihe: Magierkriege
Band: 1 von ?
Verlag: Selfpublisher
Seiten: 340
Jahr: 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 10,85€
Meine Bewertung: 5+/5
Kaufen?: Amazon


Nathan ist ein ganz gewöhnlicher Junge. Genau das ist sein Problem. Denn seine Eltern sind beide mächtige Magier. Sein Vater steht in den Diensten des Herzogs, seine Mutter hat sich dagegen einer radikalen Magierbewegung angeschlossen. Und Nathan? Er setzt alles daran, um seinen Platz in der Welt zu finden. Doch sein Erbe lässt ihn nicht los. Er wird zum Spielball der Mächtigen. Wird es ihm gelingen, seinen eigenen Weg zu gehen? (Amazon)

Nathan stach die Heugabel in die stinkende Streu auf dem großen Holzkarren.

Als Claudia Book auf mich zukam und fragte, ob ich an einem Exemplar ihres Buches interessiert sei, war ich erst ein wenig skeptisch. Ich habe schon einige Bücher aus dem Bereich Fantasy gelesen, allerdings ging das eigentlich immer Richtung Vampir-Werwolf-Übernatürliches. Ich wusste einfach nicht, ob High-Fantasy mit Magiern etwas für mich ist. Doch die Zweifel waren unbegründet, denn dieses Buch ist wirklich toll!

Nathan ist 16 Jahre alt und kam als Sohn von zwei Magiern zur Welt. Nur leider kann Nathan keine Magie wirken und ist somit das perfekte Opfer und Versuchskaninchen. Selbst seine Mutter steht ihm nicht bei, als ihr neuer Mann und seine Gemeinschaft ihn für ihre magischen Spielchen und Experimente nutzen. Doch auch Nathans Vater hält keine großen Stücke auf ihn. Für ihn ist er eine herbe Enttäuschung und am liebsten würde er gar nicht mit Nathan in Verbindung gebracht werden. So ist er ein absoluter Außenseiter, hat nirgendwo so richtig Anklang gefunden und ist für jeden eigentlich nur ein Prügelknabe. Das ändert sich, als sich zeigt, dass nur Nathan mit einem störrischen Hengst zurecht kommt, an dem sich alle bisher die Zähne ausgebissen haben. Endlich hat er einen Freund!

Als dann noch herauskommt, dass eine Prophezeiung existiert, die nur Nathan erfüllen kann, wird der kleine Nichtmagier zu einem wertvollen Gut. Denn ein Krieg zwischen den verfeindeten Magiergesellschaften seiner Eltern steht kurz bevor und nur der Sohn zweier Magier, der selbst keine Magie wirken kann, ist der Schlüssel zu Sieg oder Niederlage.

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch wirklich genossen habe. Es war schön zu sehen, wie ein unliebsamer Kerl plötzlich zu dem wichtigsten Bindeglied wird. Natürlich geht es keinem um Nathan an sich, sondern nur um seine Rolle in dem Kampf um die Augmenti, aber nach und nach schließen sich Freundschaften und mit einem Mal sind Menschen bereit für Nathan und seinen Auftrag in den Tod zu gehen. 

Auch die Entwicklung die Nathan durchmacht, hat mir sehr gut gefallen. Ist er zu Beginn ein eher schüchterner und ängstlicher Junge, wird er von Seite zu Seite selbstbewusster und reift fast schon zu einem Mann heran. Er beginnt Dinge zu hinterfragen und wandelt sich in seiner Denkweise.

Manche Stellen haben mich dann und wann ein wenig an Herr der Ringe denken lassen. So ziehen ein Magier und zwei Krieger mit einem kleinen schüchternen Jungen los und helfen ihm bei seiner Entwicklung. Auch die Szene im Gasthaus hat mich etwas an die Zeit von den Hobbits erinnert, die sie zusammen mit Streicher im "Zum tänzelnden Pony" verbracht haben (ich spreche hier von den Filmen). Außerdem stelle ich mir Faex irgendwie wie Legolas vor. Warum genau kann ich gar nicht sagen. Möglicherweise weil beide so einen beschützenden und liebevollen Charakter haben. Ich möchte damit nicht sagen, dass da irgendetwas abgekupfert wurde! Das ist lediglich was ich beim Lesen empfunden habe und wie ich es mir im Kopf vorgestellt habe. Das sollte also nicht falsch verstanden werden  

Der Schreibstil ist sehr angenehm und so locker-leicht, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Nach jedem Kapitel wollte ich sofort weiterlesen um zu wissen, was wohl als nächstes passiert. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben und ich hatte sofort Bilder in meinem Kopf. Auf unnötige Umschreibungen und dadurch entstehende Längen wurde hier absolut verzichtet! An dieser Stelle mein persönliches Lob an die Autorin  

Da es sich hier um den ersten Teil einer Reihe handelt, bleibt man am Ende natürlich mit einigen Fragen zurück. Wie wird es wohl weitergehen? Was passiert Nathan noch? Bricht wirklich ein Krieg aus und wenn ja, wie geht er aus? Und was ist mit meiner Lieblingsfigur?

Ein ganz toller Reihenauftakt zu einer Mittelalter-Magier-Geschichte. Ich werde die Reihe definitiv weiterverfolgen und kann sie jedem empfehlen, der gerne auf eine fantastische Reise durch ferne Welten gehen will.

Ein wunderbares Buch über das Heranreifen und Freundschaft bis in den Tod.
Ich vergebe mit ganzem Herzen eine Leseempfehlung! 




Ich danke Claudia Book für dieses Rezensionsexemplar!

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