Montag, 7. November 2016

[MONTAGSFRAGE] #10 - Habt ihr Trigger, die euch am Weiterlesen hindern?

Eine Aktion vom Buchfresserchen

Motagsfrage: Habt ihr Trigger, die euch am Weiterlesen hindern?


Trigger ist Englisch und bedeutet Auslöser. Was kann also passieren, das mich am Weiterlesen hindert? Welche Dinge in einer Handlung sind so negativ für mich, dass sie mir das Buch vermiesen?

Langeweile. Wenn mich das Buch nicht abholt und ich das Gefühl habe nicht voran zu kommen. Zwischendurch aufkommende Längen sind dabei nicht mal das Problem, aber wenn die Story mich so gar nicht packt, breche ich ein Buch auch durchaus mal ab.

Wiederholungen. Es gibt Bücher, bei denen keimt der Verdacht in mir, dass Seiten gefüllt werden müssen. Da werden Handlungen aus drölf Sichtweisen immer und immer wiederholt - man kann sich auch totschreiben und damit den Leser zu Tode langweilen. 
Ebenso möchte ich keine Bücher in denen ständig Beschreibungen wiederholt werden. Da werden 15 Mal die Hände so fest geballt, dass die Knochen weißlich hervortreten, es wird sich 22 Mal auf die Unterlippe gebissen und 257 Mal mit der Hand durchs Haar gefahren. Menschen können so vieles machen - es muss nicht immer ein und die gleiche Handlung sein!

Fehlende Logik. Ich denke, dass ich das nicht beschreiben muss.

Fehler. Dabei spreche ich nicht von dem ein oder anderen Rechtschreibfehler. Auch wenn Bücher korrekturgelesen werden, kann sich hier und da mal ein Rechtschreibfehler einschleichen - wir sind alle Menschen. Kein Problem. Aber wenn es zu massiv wird oder aber auch Sinnfehler vorhanden sind, kann mir das das Buch schon madig machen. In der einen Szene heißt die Figur Michael und plötzlich ist es ein Alexander, nur um im nächsten Moment doch wieder Michael zu heißen. Wenn Personen während des Schreibens umbenannt werden, muss da schon drauf geachtet werden. Oder sie sitzt und er steht neben ihr, doch plötzlich reicht sie ihm etwas aus dem Regal ohne aufgestanden zu sein... und ups...sie sitzt ja komischerweise im nächsten Satz noch (und nein, das ist kein Regal an das sie im Sitzen dran kommt ^^). Alles schon gehabt und eher semicool.

Tierquälerei und sexuelle Übergriffe. Ich habe selbst einen Hund und finde es ganz schlimm, wenn im Buch plötzlich Tiere gequält oder getötet werden. Da ist schon die ein oder andere Träne bei mir gekullert und ich habe einen Moment gebraucht bis ich wieder weiterlesen konnte. 
Sexuelle Übergriffe möchte ich generell nicht lesen! Egal gegen wen. In einer Schullektüre (oh Gott ist das lang her) wurde eine Gruppenvergewaltigung in den ausführlichsten Worten beschrieben. Tut mir leid wenn ich das jetzt so sage, aber ich dachte ich müsste in das Buch kotzen. Niemand will so etwas lesen, oder?

Kindesmisshandlung. Ich könnte niemals ein Buch lesen, das dieses Thema beinhaltet!

Die falsche Wortwahl. Das ist natürlich eine Geschmackssache und geht mir auch eigentlich nur in erotischen Romanen so. Ich habe nichts dagegen, wenn die Dinglein beim Namen genannt werden. Besonders in erotischen Geschichten darf das sehr direkt und derb sein. Es kommt dann und wann vor, dass Autoren gerne zur Kindersprache oder abartig blumigen Umschreibungen übergehen. Ich möchte keinen Dirty Talk lesen, bei dem von einer "Mumu" die Rede ist. Das sagen Kinder. Wie soll mir das ein Prickeln bereiten? Ebenso Worte wie: Zauberstab, Fleischpeitsche (!), Land des senkrechten Lächelns, wohlduftende fleischige Knospe, usw. Wer sagt denn so etwas? NIEMAND!

Fremdsprachen. Es gibt Autoren, die schaffen es Fremdsprachen zu benutzen und diese ganz easypeasy im Satz oder der Handlung zu übersetzen, ohne dass es stört. Dann gibt es aber auch genau das Gegenteil. Fremdsprachen werden genutzt und es wird scheinbar davon ausgegangen, dass der Leser diese beherrscht. Das nervt mich wirklich wahnsinnig!

Unleserliche Namen. Ich kann es gar nicht leiden, wenn in Büchern Namen vorkommen, die ich nicht aussprechen kann. So etwas kann natürlich bei Fantasy sehr häufig vorkommen aber auch bei historischen Romanen oder bei Büchern aus dem skandinavischen Raum. Zu Beginn bemühe ich mich immer noch die Namen richtig zu lesen, sollte das aber nicht klappen, mache ich was eigenes draus. In meinem Kopf muss es ja nur für mich Sinn machen ^^



Edit: Damit das nicht falsch verstanden wird...es heißt nicht, dass ich ein Buch unbedingt abbreche, wenn einer dieser Punkte eintritt. Aber das können durchaus Dinge sein, die mich nerven und zu Situationen werden, in denen ich mit dem Buch pausiere.

Kommentare:

  1. Liebe Franzy,

    viele deiner Ausführungen gelten für mich ebenso. Aber nein,für mich gibt es keine bestimmten Trigger, die mich hindern würden ein Buch zu Ende zu lesen. Für mich gibt es andere Faktoren, die mir manchmal die Leselust vertreiben, aber das sind keine Trigger.

    Vor einiger Zeit habe ich beispielsweise einen Thriller gelesen, der nicht nur schlecht geschrieben war sondern in ein vulgäres Etwas abdriftete. Vulgäres geht für mich gar nicht, da ziehe ich dann gnadenlos die Lesebremse.

    Mit deinem jungen Blog wünsche ich dir ganz viel Spaß und Erfolg und bleibe gern als Leserin.

    Viele liebe Grüße

    Nisnis

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    1. Hallo Nisnis!

      Nicht alles was ich hier aufgezählt habe sorgt dafür, dass ich ein Buch abbreche ;-) Bisher habe ich tatsächlich nur zwei Bücher abgebrochen. Aber das sind alles Faktoren, die mir die Lust an einem Buch verderben können. Und sollten dann noch mehrere Punkte aufeinandertreffen, dann kann es durchaus zu einem Abbruch kommen ;-)

      Ich danke dir für deinen Kommentar und schicke liebe Grüße

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  2. Huhu,

    zwei Punkte muss ich dann doch mal genauer unter die Lupe nehmen.

    Wiederholungen. Mich stört es nicht solange es nicht zu extrem wird. Ist aber das halbe Buch voller Wiederholungen nervt mich das extrem. Das Gefühl hatte ich zum Beispiel bei Vampire Academy.

    dann die Namen. Das wurde jetzt öfter erwähnt. Ich hab damit eigentlich kein Problem, denn ich hab so viele Bücher mit Namen, wo ich nicht weiß wie man es aussprechen soll und selbst wenn es da steht kann es sein, dass ich sie anders ausspreche, weil ich mich an die Aussprache einfach nicht gewöhnen kann. Aber dann such ich mir eben meine eigene Sprechweise aus? Was solls? Das fängt ja schon bei englischen Namen an wo ich manchmal nicht ganz weiß wie ich es aussprechen soll. Aber das ist ja gerade die Fantasie, die dann angeregt wird. Man muss sich gar nicht unbedingt an die richtige Schreibweise halten find ich.

    Ich selbst schreibe ja auch ein bisschen hobbymäßig und nehme gern ungewöhnliche Namen, die gut auszusprechen sind, aber das heißt noch lange nicht, dass jeder die gleiche Aussprache nutzt wie ich, da ich mit Sicherheit auch nicht immer die richtige Aussprache verwende. Es ist meine Geschichte. Da darf ich doch auch meine Namen so aussprechen wie ich will. Und es wird schwierig sein richtige Aussprachen je heraus zu finden. Solange sie ganz gut auszusprechen sind und nicht zu kompliziert ist doch gut. Solange es sich halt nicht häuft.

    Okay, jetzt hab ich mich etwas verzettelt. Hier ist jedenfalls mein Beitrag:

    https://lesekasten.wordpress.com/2016/11/07/montagsfrage-56-habt-ihr-trigger-die-euch-am-weiterlesen-hindern/

    LG Corly

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    1. Hallo Corly!

      Das mit den Namen ist ja auch kein riesen Problem. Ich "spreche" sie dann auch so wie sie geschrieben sind oder wie ich es mir denke. Manchmal denke ich auch, dass eine Figur so und so heißt (weil ich den Namen dann einfach nur überfliege) und stelle bei genauerem Hinsehen fest, dass für "meinen Namen" ein Buchstabe fehlt oder ähnliches.
      Ein Beinbruch sind ungewöhnliche Namen auf keinen Fall, aber besonders skandinavische Namen oder aus dem arabischen Raum sind dann doch ziemlich kompliziert - und dann kommt der Punkt an dem ich stellenweise andere erfinde :-D

      Ich danke dir für deinen Kommentar und schicke liebe Grüße

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    2. stimmt. Das mit den arabischen Namen sehe ich auch so. Skandinavische gehen noch.

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  3. Eine lange Liste! Erotische Szenen sind immer schwierig, aber wenn dominante Hengste (meistens sind die männlichen Figuren Götter im Bett) stetig dieselben Phrasen herunterleiern... Allerdings: Wenn die Sprache zum Buch passt, ist das ok. Und manche Leser mögen diese Worte tatsächlich.

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    1. Hallo Evy!

      Ja in erotischen Büchern sind die Männer immer recht dominant und absolute Profis auf ihrem Gebiet, da gebe ich dir Recht :-D Aber man möchte ja auch eigentlich nichts über ein Paar lesen, dass nicht zum eigentlichen Akt kommt, weil ER Probleme bei der Standfestigkeit hat oder SIE langsam wund wird und noch immer nicht fertig ist ^^

      Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße

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    2. Mich würde das reizen. Bücher sollen uns nicht nur träumen lassen, sondern auch Identifikationspotential bieten. Daher wäre es gut, mal von einer Prota zu lesen, die ihre Probleme mit Humor lebt und trotzdem ein schönes Leben hat. Lieber eine wunde Vagina als einen Mann, der noch nicht bereit für die Beziehung mit mir ist.

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    3. Wenn es auf der humorvollen Schiene passiert, würde ich so etwas auch lesen. Soll es allerdings etwas Prickelndes sein, fände ich das doch unangebracht ;-)

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