Freitag, 15. Juli 2016

[REZENSION] "Lady Midnight" von Cassandra Clare

Titel: Lady Midnight
Reihe: Die dunklen Mächte
Band: 1 von 3
Autor: Cassandra Clare
Verlag: Goldmann
Seiten: 799
Jahr: 2016
Ausgabe: Hardcover
Preis: 19,99€

(1) Lady Midnight
(2) The Prince of Shadows
(3) The Queen of Air and Darkness
Dunkle Mächte wird es immer geben, aber ein Schattenjäger kämpft für die Ewigkeit...

Niemals wird sie den Tag vergessen, an dem ihre Eltern starben. Die 17-jährige Emma Carstairs war noch ein Kind, als sie damals ermordet wurden, und es herrschte Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, die Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute nicht, dass ihre Eltern Opfer dieses dunklen Krieges wurden, sondern dass sie aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und Emma hat Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Eine mysteriöse Mordserie sorgt für große Unruhe in der Unterwelt. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen, ähnliche Zeichen wie sie auch auf den Körpern von Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie dafür ihren engsten Vertrauten und Seelenverwandten Julian Blackthorn in große Gefahr bringt …

Schattenmarktnächte zählten zu Kits Lieblingsnächten.

Zuallererst muss ich sagen, dass ich die Chroniken der Unterwelt noch nicht gelesen habe mich also erstmal ein wenig orientieren und in die Welt der Schattenjäger eingrooven musste. Natürlich bin ich jetzt in einigen Punkten gespoilert - denn diese Trilogie ist definitv der Nachfolger der Reihe - aber habe mich in keinem Punkt überfordert gefühlt, da man dieses Vorwissen nicht zwingend braucht. Claire erwähnt alles wichtige nochmal und gibt kurze Erklärungen dazu ab. Allerdings werde ich die Chroniken der Unterwelt definitiv noch lesen - jetzt bin ich angefixt. Teil 1 steht auch bereits in meinem Regal

Emma Carstairs lebt zusammen mit den Blackthorn-Kindern im Institut von Los Angeles. Nicht nur das Schattenjäger-Dasein haben sie gemeinsam, sondern sie sind auch allesamt Waisen. Zusätzlich lebt auch Christina, Emmas beste Freundin aus Mexiko, mit im Institut. Offizieller Vormund und Leitung ist Onkel Arthur, doch dieser lebt sein eigenes Leben auf dem Dachboden und scheint sich für nichts zu interessieren, was außerhalb dieser Quadratmeter passiert.
Die ältesten zwei Kinder befinden sich im Exil, oder besser gesagt der Verbannung, und Julian, Emmas Parabatai (=Seelenverwandter mit Treueschwur), musste viel zu schnell erwachsen werden und das Oberhaupt dieser zusammengewürfelten Familie bilden. Als wenn das nicht alles schon genug für eine Handvoll Teenager und Kinder wäre, tauchen einige Leichen auf, sie müssen gegen Dämonen kämpfen und sich mit ihrer eigenen Gefühlswelt rumschlagen. Und dann schwebt auch immer wieder die Frage über jedem: Wem kann ich eigentlich wirklich trauen?

Wer die Vorgänger gelesen hat, hat sicherlich einen leichteren Einstieg als ich. Nach ein paar Seiten war ich allerdings voll drin und konnte das Buch kaum noch zur Seite legen. Denn nicht nur die fantastische Welt um die Schattenjäger war irre interessant, sondern auch die ganzen verschiedenen Handlungsstränge - die nach und nach zueinanderlaufen und verknüpft werden - sind wahnsinnig spannend.
Wie ich mitbekommen habe (und was sich auch aus den Erklärungen rauslesen lässt) trifft man auf viele bekannte Personen...vorausgesetzt man hat die Reihe vorher gelesen Somit also auch ein Fest für die, die ihre Lieblingscharaktere nach Chroniken der Unterwelt nicht gehen lassen wollten.

Cassandra Claires Schreibstil ist wirklich flüssig und sehr angenehm zu lesen. Es war mein erstes Buch der Autorin, aber nicht mein letztes. Zwei weitere habe ich ja bereits in meinem Regal stehen und es werden sicher noch einige folgen. Alles ist sehr bildlich beschrieben und man kann sich jeden Ort und jede Situation als Leser extrem gut vorstellen. So ging es zumindest mir.
Was mir auch unglaublich gut gefallen hat war, wie hier mit dem Thema Sexualität umgegangen wird. In vielen Jugendbüchern wird es überhaupt nicht thematisiert, was total unrealistisch ist, oder so merkwürdig behandelt, dass man sich beim Lesen fremdschämt. Cassandra Claire hat es geschafft die Sexualität von Teenagern wunderbar zu beschreiben ohne albern oder billig zu sein. Außerdem ist auch Homosexualität ein Thema, was ich super finde. Wieder ein Punkt für Realitätsnähe.

Trotz lauter Euphorie gibt es auch ein kleines Kritikpünktchen. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau. Manche Stellen sind etwas unrealistisch. Julian kümmert sich seit er 12 Jahre alt ist um alles. Das Institut, seine Geschwister, seinen Onkel und alles was noch so drum rum läuft. Und es fällt niemandem auf. Keinem Kind würde das in diesem Alter gelingen. Außerdem gib es den ein oder anderen Logikfehler. Es kommt zum Beispiel zu einem Kampf, in dem die Gegner kein Blut verlieren, aber unsere lieben Schattenjäger alle fast schon in Blut getränkt wieder nach Hause gehen. Ist mir nicht ganz schlüssig wie das geht aber es ist ein Fantasyroman...da muss man vielleicht auch einfach mal seine Fantasie bemühen Aber dank der tollen Geschichte sehe bei meiner Bewertung und Meinung drüber hinweg.

"Wenn du jemanden liebst, dann wird derjenige ein Teil von dir. Diese geliebte Person wird ein Teil von allem, was du tust. [...] Du kennst all ihre Träume, denn ihre Albträume versetzen dir einen Stich ins Herz, und ihre schönen Träume sind auch deine Träume. Und du hältst sie keineswegs für perfekt, denn du kennst ihre Schwächen, ihr wahres Ich und den Schatten all ihrer Geheimnisse. Aber das schreckt dich nicht ab. Genau genommen liebst du sie deswegen sogar noch mehr, denn du willst niemand Perfektes. Du willst sie. [...]"
(Seite 128, f.)

Bleib bei mir, hätte sie am liebsten gesagt. Bleib bei mir und sorge dafür, dass ich meine Albträume vergesse. Bleib bei mir und schlafe neben mir ein. Bleib bei mir und verjage die schlechten Träume, die Erinnerung an das Blut.
Doch sie zwang sich zu einem Lächeln. "Ich sollte versuchen zu schlafen, Jules."
(Seite 445)

Wer die Chroniken der Unterwelt noch nicht gelesen hat, aber das noch tun möchte, der sollte das zuerst tun, da dieses Buch sonst ein ordentlicher Spoiler ist.

Ein Fantasyroman, der sich flüssig liest und auf 799 Seiten die Spannung hält. Zum Schluss gibt es noch einen ordentlichen Cliffhanger, der einem die Wartezeit auf Teil 2 unerträglich macht.



Ich danke dem Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Huhu,
    Ich bin durch Facebook auf deine Rezi aufmerksam geworden und ich find sie richtig toll.
    Ich habe die Chroniken der Unterwelt schon gelesen und Lady Midnight steht schon in meinem Regal. Ich wollte es zwar sowieso lesen, aber durch deine Rezi habe ich noch mehr bock drauf bekommen.
    Danke für die tolle arbeit.

    Dein Blog gefällt mir wirklich gut, da bleibe ich gerne als Leserin.

    Ganz Liebe Grüße
    Lisa <3

    http://lisasbuechereck.blogspot.de/

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