Donnerstag, 21. April 2016

[REZENSION] "Der Keller" von Minette Walters





Verlag: Goldmann I Leseprobe
Seiten: 220
Jahr: 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99€
Meine Bewertung: 5/5
Kaufen?: Verlag I Thalia I Amazon



Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ... (Goldmann)

Munas Schicksal wendete sich an dem Tag zum Guten, als Mr. und Mrs. Songolis jüngerer Sohn nicht aus der Schule nach Hause kam.

Der Leser befindet sich bereits ab dem ersten Satz mitten in der Geschichte und somit auch mitten in Munas Leben und Leiden. Als Kind aus einem Kinderheim geholt, lebt sie zusammen mit den, eigentlich aus Afrika stammenden, Songolis in England. Da Muna das Haus nicht verlassen darf, fällt niemandem in der Nachbarschaft auf, dass Muna etwas heller ist, als der Rest der Familie. Allerdings stellt sich später heraus, dass Muna nicht so unsichtbar ist, wie alle glauben wollen.

Ich will und kann euch gar nicht viel über die eigentliche Geschichte erzählen, da ich mit fast allem schon viel zu viel verraten würde. Was ich euch sagen kann ist, dass ihr dieses Buch nur lesen solltet, wenn ihr einigermaßen gefestigt seid. Kindesmisshandlung und Brutalität werden hier deutlich angesprochen und beim Namen genannt. 

Muna macht in diesem Buch eine wahnsinnige Wandlung durch und hat mir als Protagonistin unglaublich gut gefallen. Der Leser hat die Möglichkeit sie recht schnell ins Herz zu schließen und auch da zu behalten - egal was passiert.

Am Anfang habe ich mich noch gefragt, was genau denn nun das Psycho-Element dabei sein soll. Ab einem gewissen Punkt macht es klick und eine wahnsinnig gut überlegte und getaktete Wendung geschieht - damit rechnet man nun wirklich absolut gar nicht. Aber man erkennt ab da, warum es sich um einen Psychothriller handelt  

Minette Walters' Schreibstil gefällt mir unheimlich gut. Es wird nichts künstlich in die Länge gezogen und die Spannung kontinuierlich aufrecht gehalten. Dies war mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Buch von ihr.

"Bitte helfen Sie mir. Ich heiße Muna. Mr. und Mrs. Songoli haben mich gestohlen, als ich acht Jahre alt war. Ich möchte nach Hause, aber ich weiß nicht , wer meine Eltern sind und wo ich herkomme."
(Seite 18)

Ein Buch, dessen Geschichte so gut ist, dass 220 Seiten absolut ausreichen um den Leser zu fesseln und durch viele verschiedene Gefühlslagen zu schicken. Mein erster, aber sicher nicht mein letzter Walters

Ein absolutes Muss für alle Psychothriller-Fans, die mal eben ein kurzes Büchlein verschlingen wollen. Für alle anderen eine Leseempfehlung - wenn ihr nicht zu zart besaitet seid ;-)




Ich danke dem Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare: