Sonntag, 6. März 2016

[REZENSION] "Red Rising" von Pierce Brown

Titel: Red Rising
OT: Red Rising
Reihe: Red Rising
Band: 1
Autor: Pierce Brown
Verlag: Heyne
Jahr: 2015
Seiten: 558
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Ich danke Heyne für dieses Rezensionsexemplar!


In einer Welt, die dich belügt, musst du selbst zum Lügner werden

Darrows Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu machen. Doch dann wird seine große Liebe getötet, und Darrow erfährt ein schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu schlagen … 


Ich hätte in Frieden leben können.


Ich war etwas überrascht, als das Buch bei mir ankam, wie viele Seiten es umfasst. Für gewöhnlich informiere ich mich immer erst ein bisschen, damit der Schock oder die Enttäuschung nicht so groß ist - doch hier hatte ich es scheinbar irgendwie vergessen.
Ich wusste, dass es sich um eine Trilogie handelt, weswegen ich eigentlich dachte, dass sich jeder Band so zwischen 350 und 400 Seiten bewegt. Mit fast 560 hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Nach dem "Ui ist das dick"-Moment fragte ich mich, ob es wirklich so gut sein kann, wenn alle drei Teile so Seitenstark sind. Ist dann die Wahrscheinlichkeit nicht recht hoch, dass es viele Wiederholungen und wirklich unnötige Passagen gibt? Gibt die Geschichte so viel Inhalt her ohne irgendwann langweilig zu werden?

Meine Zweifel waren völlig unbegründet und lösten sich schnell in Luft auf!

In Red Rising wird die Geschichte von Darrow erzählt. Er ist ein Roter und lebt mit seiner Familie und seinem Clan unter der Oberfläche des Mars. Er ist 16 Jahre alt und Höllentaucher. Sein Job ist es, Helium-3 abzubauen, was benötigt wird, um den Mars für die Menschheit bewohnbar zu machen. Seine Frau Eo zeigt ihm einen geheimen Garten, von wo aus er das erste Mal die Sonne, Sterne und das Weltall sehen kann. 
Als sie von den Goldenen erwischt werden, werden die beiden ausgepeitscht. Eo stimmt "Das verbotene Lied" an, woraufhin sie gehängt wird. Darrow schleicht sich nachts zum Galgen, schneidet sie ab und begräbt sie in dem Garten, woraufhin auch er gehängt wird.
Durch eine List seines Onkels stirbt Darrow nicht, sondern wird von anderen Roten zu einem Goldenen gemacht und schleicht sich bei ihnen ein, um der Tyrannei ein Ende zu setzen. Dabei stellt er fest, dass die Oberfläche bereits bewohnt wird und die Roten als Sklaven gehalten werden.

Das ist mal ganz grob umrissen worum es geht - ohne zu viel zu verraten. Denn das passiert nur auf ein paar wenigen Seiten. Erst als Darrow ein Goldener wird, wird es so richtig spannend und interessant.

Sein Ziel ist es, sich in ein Institut zu schleichen, in dem aus Goldenen die einzigartig Vernarbten werden. Diese stehen noch eine Stufe über den anderen. In diesem Institut werden alle an ihre Grenzen gebracht - und manche auch darüber hinaus. Anders als bei "Die Tribute von Panem" ist der Tod allerdings nicht das einzige mögliche Ende.


Darrow macht in diesem Buch einige Wendungen durch. Von der niedrigsten aller Farben steigt er plötzlich und quasi über Nacht zu der höchsten auf. Er muss sich oft zurückhalten und sich bewusst machen, dass er nicht so handeln und reagieren kann, wie er gerne möchte, da er sich damit verraten könnte und das sein Todesurteil wäre.

Ihm fällt selbst immer wieder auf, dass er den ein oder anderen Wandel durchläuft, je länger er ein Goldener ist. Auch seine eigentliche Mission mus er sich zwischendurch immer mal wieder ins Gedächtnis rufen.

Pierce Brown wirft den Leser ohne Umschweife direkt ins kalte Wasser (oder auf den Mars ^^), so dass Verwirrung vorprogrammiert ist. Er verschwendet keine langen Texte auf irgendwelche Erklärungen und so muss der Leser mitdenken und einiges an Vorstellungskraft besitzen um der Geschichte folgen zu können.
Das war auch der Grund weswegen mir der Einstieg etwas schwer fiel und ich manche Teile ein zweites Mal lesen musste.
Wenn man allerdings am Ball bleibt, ist es irgendwann absolut kein Problem mehr und es ist nicht mehr komisch, wenn irgendwer in Gravstiefeln von oben runtergeschwebt kommt oder kilometerweite Strecken innerhalb kürzester Zeit zu Fuß zurückgelegt werden können.   

Der Schreibstil hat mir wunderbar gefallen und abgesehen von der leichten Verwirrung am Anfang, kam ich wirklich schnell voran und gut zurecht.

Das Ende ist offen, aber kein absolut nervenaufreibender Cliffhanger. Das sorgt dafür, dass man Band 2 zwar lesen möchte, aber die Zeit des Wartens einen nicht wahnsinnig macht ;-)


Ich bin ein Schaf im Wolfspelz inmitten eines Wolfsrudels.
(Seite 223)

"Komisch wie ein einziges Wort ein ganzes Leben verändern kann."
"Das ist ganz und gar nicht komisch.Waffen sind Macht. Geld ist Macht. Doch die meiste Macht in allen Welten haben Worte."
(Seite 555, f.)


Der spannende Auftakt einer Reihe, die hoffentlich genauso spannend weitergeht.

Wenn du über eine gewisse Vorstellungskraft verfügst und vor Abschnitten mit roher Gewalt und Blut nicht zurückschreckst, dann wird dich dieses Buch hoffentlich begeistern können.

Mich hat es vollends überzeugt und ich warte gespannt auf Teil 2!




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1 Kommentar:

  1. Mein Jahreshighlight 2015. Ich habe es verschlungen. Toll, dass es dir aus so gut gefallen hat wie mir. Ich kann kaum den zweiten Band erwarten. Laut den englischen Rezensionen soll der ja auch gut sein. Ich hoffe es =) Der erste hat die Messlatte natürlich sehr hoch gelegt.

    Liebe Grüße Miss Page-Turner

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