Sonntag, 25. Oktober 2015

[REZENSION] "Aller Anfang fällt vom Himmel" von Veronika Peters

Fakten

Titel: Aller Anfang fällt vom Himmel
Autor: Veronika Peters
Verlag: Goldmann
Jahr: 2015
Seiten: 288
Preis: 19,99€
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Ich danke dem Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar und Veronika Peters für die Leserunde!
 

Klappentext


Was geschieht, wenn eine junge Ausreißerin und ein pedantischer Witwer aufeinanderprallen? 

Korbinian Gerhard lebt seit dem Tod seiner Frau alleine und legt größten Wert auf Ordnung. Doch von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es vorher war. Denn als völlig überraschend die heimatlose Billa bei ihm strandet, bricht das Chaos in seinem Leben aus. Und Korbinian, der stets darauf bedacht war, die Menschen von sich fernzuhalten, ist auf einmal verstrickt in äußerst turbulente Ereignisse. Dabei merkt er erst sehr spät, dass er längst seine alten Pfade verlassen hat und im Begriff ist, sich auf eine ganz neue, unerwartete Reise zu begeben...

Erster Satz

"Wach auf, alter Mann, und lass uns eine Bank überfallen!"

Meinung

Das Buch startet mit einem Prolog. Schnell wird klar, dass dieser eher das Ende der Geschichte behandelt, alles was danach kommt, ist also ein Flashback. Passenderweise trägt der Prolog den Titel "Kurz vor Schluss". Bereits im Prolog lernt man Korbinian, Billa und Schiller kennen, ohne zu verstehen, wer jetzt genau in welcher Beziehung zu wem steht. Das mag für den ein oder anderen vielleicht etwas verwirrend sein, mich allerdings hat es neugierig darauf gemacht, wie es zu dieser Szene kam.

Korbinian ist Lehrer und hat in seinem Leben zeimliches Pech gehabt. Kaum war er mit seiner Frau in der neuen Eigentumswohnung eingezogen, verstarb sie. Seither lebt Korb sehr zurückgezogen und achtet stehts darauf, dass jeder Tag gleich beginnt, gleich verläuft und gleich endet. Diese Routine gibt ihm Halt und erleichtert es ihm weiterzuleben.

Und dann, ganz überraschend, bricht Korbinian aus seiner Routine aus. Vor dem Supermarkt sitzt ein junges Mädchen und sieht elendig aus. Obwohl er fast schon wieder weg ist, geht er erneut in den Supermarkt und kauft etwas zu essen und trinken für sie. Damit war die Sache für ihn abgeschlossen, doch nicht so für Billa. Sie folgt ihm und ehe Korb sich versieht zieht nicht nur Billa bei ihm ein, sondern auch noch seine Schwester Emilia.

Mit diesen beiden kommt auch das absolute Chaos in die sonst so geordnete Welt des Korbinan Gerhard. Und auch wenn er sich erst mit allen verfügbaren Mitteln sträubt, muss auch Korb feststellen, dass ein bisschen Chaos manchmal gar nicht so schlecht ist ;-) 

Wenn ihr erfahren wollt, was ein sabbernder Hund namens Angie, sein rothaariges Herrchen Ron (bei dessen Beschreibung und Namen ich direkt an die Harry Potter Geschichten denken musste - rote Haare und Ron?! ^^) und ein vielleicht Krimineller Manni mit all dem zu tun haben, müsst ihr dieses Buch lesen ;-) 

Dieser Roman vereint Ruhe, Einsamkeit, Chaos und Geselligkeit miteinander. An manchen Stellen wird es wirklich traurig und an anderen Stellen kann gelacht und geschmunzelt werden - eine perfekte Mischung.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Doch es ist kein Buch, das man "mal eben" wegließt, weil es eben auch nachhaltig berührt.  

Veronika Peters hat mit diesem Roman eine wirkich schöne Geschichte über Trauer, Chaos, sich öffnen und den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben geschaffen. 

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen und der ein oder andere Leser fragte nach einer Fortsetzung, da einige Fragen unbeantwortet bleiben. Die Autorin selbst sagte, dass keine Fortsetzung geplant und dieses Buch für sie abgeschlossen sei. Es sind tatsächlich einige Fragen am Schluss, die man sich stellen könnte. Ich allerdings bin froh, dass es meinen Gedanken überlassen bleibt, wie es wohl weitergehen könnte. Eine Fortsetzung würde dieses Buch meiner Ansicht nach zerstören. Werdet kreativ und malt euch den Rest der Geschichte selbst aus ;-)

Zitate/Textstellen

Er schaltete den Fernseher ein, obwohl das eindeutig gegen die Regeln verstieß. Das Nachmittagsprogramm laufen zu lassen, war ein Indiz für Verwahrlosung.
(Seite 104)

"Was ist daran so lustig?"

"Na ja, wenn man sich uns von außen anschaut, ein griesgrämiger Lehrer aus dem letzten Jahrhundert, eine langsam welkende Blumenfrau und dazu ein virenverseuchtes Straßenkind auf der Flucht - drei traurige Gestalten in der Luxusetage, das ist schon auch ziemlich komisch, findest du nicht?"
"Nein, das finde ich jetzt gerade nicht."
(Seite 115)


"Hattest du auch Pech mit der Liebe?", fragte Billa.
"Nein, ich hatte eher Pech mit dem Leben."
 (Seite 233)

Fazit

Ein wunderschönes Buch über Trauer, Einsamkeit, den Schritt zurück ins Leben und dem Blick nach vorne.

Veronika Peters hat eine Geschichte geschrieben, die zum Nachdenken anregt und nachhaltig berührt.

Manche Menschen müssen an der Hand genommen und mal durchgeschüttelt werden, damit nicht nur der Anfang, sondern vielleicht auch das Glück vom Himmel fällt ;-)


Bewertung



 
 

 
 

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