Samstag, 2. Mai 2015

[REZENSION] "Vorübergehend tot" von Charlaine Harris

Titel: Vorübergehend tot
Reihe: Sookie Stackhouse
Band: 1 von 13
Autor: Charlaine Harris
Verlag: Feder und Schwert
Seiten: 328
Jahr: 2004
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,95€












(01) Vorübergehend tot II (02) Untot in Dallas II (03) Club Dead II (04) Der Vampir, der mich liebte II (05) Vampire bevorzugt II (06) Ball der Vampire II (07) Vampire schlafen fest II (08) Ein Vampir für alle Fälle II (09) Vampirgeflüster II (10) Vor Vampiren wird gewarnt II (11) Vampir mit Vergangenheit II (12) Cocktail für einen Vampir II (13) Vampirmelodie

Sookie Stackhouse jobbt in einer Kleinstadt in Louisiana als Kellnerin. Sie ist still, introvertiert und geht selten aus. Nicht, dass sie nicht hübsch wäre. Im Gegenteil. Sookie hat nur, na ja, eben diese "Behinderung". Sie kann Gedanken lesen. Das macht sie nicht gerade begehrenswert. Doch dann taucht Bill auf. Er ist groß, düster, gutaussehend - und Sookie hört kein Wort von dem, was er denkt. Er ist genau die Art Mann, auf die sie schon ihr ganzes Leben lang wartet...
Doch auch Bill hat eine Behinderung: Er ist ein Vampir. Außerdem hat er einen schlechten Ruf. Er hängt mit einer verdammt unheimlichen Clique herum, deren Mitglieder alle - Überraschung! - Mordverdächtige sind. Als dann noch eine Kollegin Sookies ermordet wird, befürchtet sie, sie könnte die nächste sein...


Als der Vampir das Lokal betrat, hatte ich schon jahrelang auf ihn gewartet.


Der Leser befindet sich direkt zu Beginn schon mitten in der Geschichte. Sookie, die Kellnerin, ist in ihrer Schicht an ihrem Arbeitsplatz.
Sofort erfährt man, dass die Existenz von Vampiren seit vier Jahren bekannt ist und (mehr oder weniger) wohl geduldet wird. Außerdem erzählt die Protagonistin direkt von ihrer "Behinderung" - das Gedankenlesen. Sie selbst sieht es nicht als Gabe, sondern als Fluch.

Als Sookie Bill erblickt ist es direkt um sie geschehen und sie sieht ihm sofort an, dass er ein Vampir ist. Dieser hat wiederrum weniger Interesse an ihr, als an einem Pärchen, das sich ebenfalls in der Bar aufhält und begleitet dieses nach draußen. Da Sookie sich vorher in die Köpfe dieses Paares geschlichen hat weiß sie, dass sie bereits das Blut von Vampiren "abgezapft" haben und nicht davor zurückschrecken, einen dieser Art ausbluten zu lassen.

Sookie wird aufmerksam nachdem die Drei nicht mehr anwesend sind, verlässt die Bar und rettet Bill das (untote) Leben, da er in eine Falle getappt ist. 

Zu der Geschichte zwischen Sookie und Bill gesellt sich auch ein kleiner Krimi-Anteil. Es geschehen drei Morde (von denen einer eigentlich Sookie gilt), die es aufzuklären gilt. Da zwei Leichen Bissspuren von Vampiren an sich tragen, wird natürlich sofort Bill verdächtigt daran beteiligt gewesen zu sein.

Zwischendurch erscheinen die ein oder anderen (weniger netten) Vampire, Bill zeigt Sookie das vampirische "Nachtleben" (ich musste schmunzeln als ich las, dass die Nachtbar der Vampire "Fangtasia" heißt ) und sie kommt dahinter welches Geheimnis ihr Chef Sam sein Eigen nennt.
 

Direkt am Anfang befindet sich (in meinen Augen) bereits ein "Fehler".
Im Laufe des Buches erfährt man, dass Bill ziemlich gebildet ist. Was um alles in der Welt hat ihn also dazu bewegt mit diesem Pärchen nach draußen zu gehen? Warum ist er nicht misstrauisch? Weshalb ist er an dieser Stelle so naiv?
Natürlich wird beschrieben, dass Denise Rattray sich an Bill ranschmeißt und aufreizend ihre Kehle präsentiert - aber ein nicht gerade junger Vampir, der sicher schon so einiges miterlebt hat und neu in der Stadt ist fällt auf so einen einfachen Trick rein?

Zu ihrer Freude stellt Sookie fest, dass sie Bills Gedanken nicht hören kann und teilt ihm dies auch leicht naiv und irgendwie dümmlich mit. Fast ist schon ein gewisser Fremdschäm-Faktor beim Lesen vertreten.


"Oh!" sagte ich ganz erschrocken und achtete nicht wirklich auf meine Worte. "Ich kann Sie nicht hören!"
"Vielen Dank!" wiederholte der Vampir, übertrieben laut und deutlich.
"Nein, nein...was Sie sagen, kann ich schon hören, aber..." [...] Ich drehte mich so, dass ich ihm direkt gegenübersaß, legte beide Hände seitlich an sein weißes Gesicht und sah ihm eindringlich in die Augen.
(Seite 16)

Und als wäre das nicht irgendwie peinlich und dümmlich genug, schießt Sookie auch direkt den nächsten Bock.


"Ich heiße Bill", erwiderte er.
Ehe ich es verhindern konnte, lag ich auch schon laut lachend auf dem Po. "Ein Vampir mit Namen Bill!" kicherte ich. "Ich dachte, Sie würden Antoine heißen oder Basil oder Langford - aber ausgerechnet Bill?"
(Seite 19)

Es dauert einen ganzen Moment bis Sookie nicht mehr ganz so naiv und irgendwie doof rüberkommt. Stellenweise hatte ich echt angefangen an ihrem Geist zu zweifeln.

Mit dieser Begegnung zwischen Sookie und Bill endet die Geschichte der Beiden auch vorerst.
Man erfährt ein bisschen was über Sookies Großmutter, ihren Bruder Jason (der alle Damen der Stadt zu besteigen scheint und mich irgendwie tierisch nervt), Arbeitskolleginnen und Sookies Chef Sam, der mein persönliches Interesse ziemlich schnell weckte.

Bill kommt in einer Nacht dazu sich bei Sookie zu revangieren und rettet ihr das Leben. Da ist dann auch der Punkt gekommen, dass man als Leser das Gefühl bekommt, dass Bill sich für Sookie interessiert, wie sie es schon seit dem ersten Blick, den sie auf ihn warf, tut.

Insgesamt weist das Buch einige Schwächen und Logikfehler auf. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass der ein oder andere Nebencharakter noch etwas genauer beleuchtet wird.
Allerdings handelt es sich hierbei ja auch erst um Teil 1 einer ganzen Reihe und somit kann das alles ja noch kommen. Ich werde die Reihe also auf jeden Fall weiterverfolgen.

Der Schreibstil war locker leicht, was ein flüssiges Lesen sehr gut ermöglicht hat. 


"Was wollen Sie also tun, Sookie?" fragte er sanft.
"Alt werden und sterben."
(Seite 67)

"Bill, es ist so, als hätte ich ein Verhältnis mit dem Paten! Ich habe jetzt Angst, in deiner Gegenwart irgendetwas zu sagen. Ich bin nicht daran gewöhnt, dass meine Probleme auf diese Art und Weise gelöst werden."
"Ich liebe dich."
(Seite 187)

Wer Vampire und Krimi mag und bereit ist über den ein oder anderen Fehler hinwegzusehen, ist hier genau richtig.
Wer das nicht kann sollte lieber die Finger von dem Buch lassen.


 

Kommentare:

  1. Habe alle Bücher der Reihe gelesen. Die Romane bleiben in diesem Stil. Viel "Hausfrauensex". Wer es viel besser und schärfer mag, sieht sich am besten gleich "True Blood" an. Die Fernsehserie beruht in Grundzügen auf der Sookie Stackhouse-Reihe.

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    1. Das habe ich ja auch in meiner Rezension erwähnt ;-)

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