Donnerstag, 12. März 2015

[REZENSION] "Nacht des Begehrens" von Kresley Cole

Fakten

 
Titel: Nacht des Begehrens II Reihe: Immortals After Dark II Band: 1 II Autor: Kresley Cole II Verlag: LYX Egmont II Jahr: 2008 II Seiten: 439 II Preis: 9,95 € II Mehr Infos

Klappentext

 
Die Halbvampirin Emmaline begegnet auf ihrer Reise durch Europa in Paris dem gut aussehenden, wenn auch ungehobelten Lachlain, dem Anführer des schottischen Clans der Lykae. Nach vielen Jahren der Einsamkeit ist er davon überzeugt, dass Emmaline seine Seelengefährtin ist, obwohl er Vampire zutiefst verabscheut. Er entführt sie auf seine Burg in Schottland. Emmaline fühlt sich von Lachlains Leidenschaft abgestoßen und verfällt doch seiner dunklen Verführungskunst...

Erster Satz

 
Bisweilen legt sich das Feuer, das ihm die Haut von den Knochen frisst.

Cover

 
Meine Oma hat viele solcher Kitsch-Bücher, deren Titel irgendwas mit 'Leidenschaft', 'Liebe', 'Sinnlichkeit' und dergleichen entält.
Zu sehen ist dort immer ein muskelbepackter Schönling (meist mit langen, im Wind wehenden Haaren), der eine junge Dame im Arm hält.
"Nacht des Begehrens"...eigentlich klar, dass auch dieses Cover aussieht wie solch ein Groschenroman.

Ein muskulöser Mann, mit nacktem Oberkörper steht vor einer jungen Frau, die zärtlich ihre Hand auf seiner Schulter ablegt. Auch sie scheint oben ohne zu sein und ihre dunklen Haare wirken irgendwie fast schon feucht, wie sie stellenweise strähnig in ihr Gesicht hängen.
Moment mal...dunkle Haare? Wer soll das bitte sein? Emmaline jedenfalls nicht...die weibliche Hauptfigur ist nämlich blond.
Auch Lachlain stelle ich mir nach den Beschreibungen im Buch deutlich muskulöser und irgendwie "bulliger" vor.
Also wer auch immer dieses Paar auf dem Cover ist - es sind nicht Lachlain und Emmaline.
Diese Beiden stehen vor einem riiiiiesen Vollmond - eher unnatürlich, aber hier geht es um einen Werwolf, also lass ich das mal durchgehen.
Außerdem ist eine Burg (vielleicht auch eher ein Schloss?)  abgebildet, die Kinevane darstellen könnte, Lachlains Hauptwohnsitz.
Der Titel sticht in knalligem Rot ziemlich raus, was auf dem sonst recht dunkel gehaltenem Cover gut zur Geltung kommt.

Insgesamt wirkt das Cover wenig einladend auf mich und irgendwie nicht ganz stimmig - das war also definitiv kein Coverkauf ;-)

Inhalt

 
Zu Beginn befindet man sich in einem knapp vierseitigen Prolog, der einen in die Leiden des Lachlain mitnimmt und den Grund für seine gelungene Flucht darstellt - Emmaline. Seine Gefährtin.
Ohne zu wissen wer sie ist, erkennt er an ihrem Geruch, dass es "die Seine" ist.

Neben dieser Liebe werden noch einige andere Probleme und Geschichten angesprochen.
Ein weiteres Hindernis für diese beiden ist die Tatsache, dass er ein Werwolf ist und Emma halb Vampir und halb Walküre darstellt.
Diese drei Mhytenwesen befinden sich mehr oder weniger im ewigen Krieg gegeneinander, was die ganze Sache für die Beiden noch eine Nummer schwerer macht.
Außerdem gibt es noch verschmähte Verehrerinnen, bösartige Tanten (die es eigentlich nur gut meinen), Emmas Drang nach Freiheit und die Geschichte um ihre Eltern, die das Gesamtpaket abrunden.

Meinung


Als ich mit dem Lesen anfing, hatte ich starke Zweifel, dass ich das Buch durchhalten konnte oder wollte, wenn sich am Schreibstil nichts ändern würde.

"Bisweilen legt sich das Feuer, das ihm die Haut von den Knochen frisst. Es ist sein Feuer. Im geheimsten Winkel seines Verstandes, der immer nich zu rationalem Denken fähig ist, ist er fest davon überzeugt. Es ist sein Feuer, weil er es über Jahrhunderte hinweg mit seinem zerrütteten Körper und seinem vermoderten Geist genährt hat." 
(Auszug aus dem Prolog, Seite 7)

Zugegeben, es ist keine schwere Kost und durchaus verständlich, aber ich hatte mich auf eine leichte Lektüre eingestellt und hatte nicht mit so etwas gestelztem gerechnet.
Wie sich rausstellt, liegt das einfach nur an Lachlain. Der gute Mann ist nämlich bereits um die 1200 Jahre alt und war 150 Jahre in Gefangenschaft - in diesem Feuer.
Bereits im ersten Kapitel ändert sich der Schreibstil schlagartig und es wird deutlich "bequemer" dieses Buch zu lesen.

Wie kann es anders sein, die Hauptstory ist selbstverständlich die Liebesgeschichte um Lachlain und Emmaline.
Diese beiden haben am Anfang sehr starke Schwierigkeiten miteinander, was nicht nur am Altersunterschied liegt (er so um die 1200 und sie erst "knackige" 70 Jahre alt) , sondern auch einfach daran, dass Lachlain nicht mit dieser Welt klar kommt, in die er sich aus seiner Gefangenschaft befreit hat.
Er sah nie zuvor ein Auto, versteht nichts von Technik und ist es nicht gewohnt, dass eine Frau emanzipiert und selbstbewusst durchs Leben geht.

Ich finde es eine sehr gelungene Geschichte, gespickt mit Liebe, Sex (oh man - bis es endlich mal dazu kommt) und einigen schönen und weniger schönen Dingen.
Sehr schön ist auch zu sehen, wie der zu Beginn sehr ungehobelte Lachlain im Laufe der Zeit immer "sanfter" wird und auf Emma und ihre Bedürfnisse eingeht - wobei ich den ruppigen Lachlain ja schon sehr interessant gefunden habe ;-)

Emmaline ging mir zwischenzeitlich etwas auf den Keks.
An manchen Stellen wäre ich gerne ins Buch gesprungen, hätte sie geschüttelt und ihr gesagt, dass sie sich mal nicht so anstellen solle. Wäre sie nicht Lachlains Gefährtin gewesen, welche ihm vom Schicksal (oder einem der Götter) zugeteilt wurde, hätte er diese ganzen Spirenzchen und Zickereien ganz sicher nicht mitgemacht!

Ich wäre direkt im ersten Kapitel schon freiwillig mit Lachlain nach Kinevane gegangen und hätte da mit ihm gelebt - uns hätten nicht so viele Seiten daran gehindert :-D
Nachdem ich Taber aus "Tabers Versuchung" der Breeds-Reihe von Lora Leigh für meine absolute Buch-Liebe hielt, muss ich meine Entscheidung nach diesem Buch definitiv revidieren...Lachlain ist es ;-)

Zitate / Textstellen

 
"Küss mich so, als ob du an deinem Leben hängst."
Das tat sie. Nicht weil sie unbedingt leben wollte, sondern wiel sie davon überzeugt war, dass er dafür sorgen würde, dass ihr Tod langsam und qualvoll sein würde.
(Seite 25)

Emma war stinksauer. Gerade als sie beschlossen hatte, dass dieser Lykae vielleicht doch in Ordnung wäre, dass er endlich zu begreifen gelernt hätte, mit seinen Anfällen von geistiger Umnachtung umzugehen, verwandelte er sich wieder in den großen bösen Wolf.
(Seite 123)

"Dich wird niemand beachten? Sicher, bloß alle Männer zwischen sieben und scheintot."
(Seite 130)


Fazit

 
Empfehlenswert ist dieses Buch für jeden, der gerne eine schöne Liebesgeschichte möchte, die nicht von Beginn an rosig ist, sondern wo beide Parteien hart für kämpfen und sehr stark dran arbeiten müssen.
Außerdem gibt es vieles über die Gestalten der Mhytenwelten zu erfahren und noch viele Geschichten am Rande, die durchgestanden werden müssen.
Ich persönlich liebe dieses Buch, liebe diese gesamte Geschichte, habe Emma lieben gelernt und liebte Lachlain von der ersten Sekunde an ;-D


Bewertung

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen