Sonntag, 1. März 2015

[REZENSION] "Das erste Mal sah ich sie an einem Samstagnachmittag" von Anne-Sophie Brasme





Verlag: Goldmann
Seiten: 604
Jahr 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99€
Meine Bewertung: 1/5
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Joachim lebt als Maler und Fotograf in Paris, und seine ganze Faszination gilt Menschen, die über körperliche Anomalien verfügen. Und so bevölkert bereits ein wahres Kabinett von „Monstern“ sein Atelier. Die junge Marica erfüllt Joachims Kriterien eigentlich nicht – die junge Frau hat keine spektakulären Makel aufzuweisen, außer dass sie hässlich ist. Dennoch entschließt sich Joachim, Marica als Modell zu engagieren – und zwischen den beiden beginnt eine obsessive erotische Beziehung, die sie an ihre tiefsten Abgründe heranführt. (Amazon)

Marica hatte salzige Haut.


Ich hatte das Buch nun einige Jahre unangetastet in meinem Regal stehen. Die Seiten sind schon leicht vergilbt. Da ich Lust auf eine kleine Lektüre mit nicht allzu vielen Seiten hatte, dachte ich, dass die Stunde dieses Buches jetzt gekommen wäre.

Es begann schon recht schnell mich tierisch zu langweilen und zu nerven. Für mich persönlich entwickelte sich keine Spannung und die darin vorkommenden Personen waren mir total egal. Egal wie sie sich entwickelten, egal was mit ihnen passierte - egal ob sie überhaupt noch darin vorkamen.

Pausenlos wird erzählt wie abgrundtief hässlich Marica ist und diese Hässlichkeit bis ins kleinste Detail beschrieben. Nicht ein gutes Haar wird an dieser armen Frau gelassen. Zu ihrer Hässlichkeit kommt noch ein beißender Geruch und salzig schmeckende Haut - sie muss das schlimmste "Monster" sein, dass sich auf dieser Erde befindet.

Dennoch beginnt Joachim eine Affäre mit ihr. Relativ schnell wird beschrieben, dass sie sich verhalten wie ein typisches Pärchen und schließlich ziehen sie sogar zusammen. Es wird nie deutlich, ob er sie für ihre Hässlichkeit - fast schon Abscheulichkeit - nun liebt oder hasst. Irgendwie scheint es eine Art Hassliebe zu sein. Er will sie nicht aber will auch nicht ohne sie sein.

Marica wird im Endeffekt schließlich zu ihm. Sie findet immer mehr was sie an ihm abstößt, was sie verachtet, was ihn in ihren Augen hässlich macht. Trotzdem bleibt sie bei ihm. Schläft mit ihm, lebt mit ihm. Doch sie liebt ihn nicht. Das ist das Einzige was wirklich deutlich wird.

Nach ungefähr 100 Seiten hatte ich das Verlangen dieses Buch irgendwo zu vergraben oder zu verbrennen. Es hat mich dermaßen angeödet und gelangweilt. Ich wollte nichts mehr über irgendweche Hässlichkeiten, unbefrieigenden Sex oder Abneigungen lesen. Aber ich breche Bücher für gewöhnlich nicht ab - also Augen zu und durch.

Hätte ich die 3,99€ doch bloß in meinem Geldbeutel gelassen und das Buch niemals aus dem Wühltisch gezogen.

Für mich eine absolute Enttäuschung. Ich lese da nichts raus und es wühlt mich nicht auf. Ich werde mit sehr großer Wahrscheinlichkeit - fast schon absoluter Wahrscheinlichkeit - nie wieder über dieses Buch nachdenken und es irgendwo ganz weit hinten in meinem Regal vergraben.

Das Beste ist in meinen Augen das Cover, da es wirklich sehr gut durchdacht ist und fast schon zu perfekt zu dieser Geschichte passt.

Er dreht sich um, kommt ein paar Schritte auf mich zu. Er hat schwarzes Haar, sehr weiße Haut. Das fällt mir zuerst an ihm auf - dieser Kontrast.
(Seite 26)

Nach und nach ließ mich ihre Schönheit gleichgültig, sie erschien mir gealtlos. Bald regte sie mich auf.
(Seite 77)

Da ist er, steht vor mir. Er lächelt dümmlich. Irgendwie komisch, wie normal plötzlich alles scheint. Es beruhigt mich, ihn so schwach zu sehen, so klein.
(Seite 161) 

Ich persönlich fand dieses Buch nicht gut und würde niemandem dazu raten.
Aber das ist nur meine Meinung.


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